Neues Australien-Programm bei ec.se: High School-Beraterin Anne Schubert im Interview

Neues Australien-Programm bei ec.se: High School-Beraterin Anne Schubert im Interview

ec.se-Beraterin Anne Schubert hat ihren High School-Aufenthalt im Jahr 2003/4 im australischen Bundesstaat South Australia verbracht, der jetzt auch ins ec.se-Programm aufgenommen wurde. Im Interview erzählt sie von ihrer Zeit in Südaustralien und gibt  zukünftigen Austauschschülern viele Tipps.

Wieso haben Sie sich damals als Jugendliche für einen High School-Aufenthalt in Australien entschieden?

Ich hatte Lust, etwas Neues kennenzulernen, Erfahrungen in einem für mich unbekannten Teil der Welt zu sammeln und mein Englisch zu verbessern, und zwar intensiver, als das in einem Urlaub möglich ist. Für Australien habe ich mich entschieden, weil ich Fan der Serie „Ocean Girl“ war, die damals im Fernsehen lief. Die Serie wurde in Queensland gedreht und faszinierte mich wegen der weißen Strände und des sonnigen Wetters. Die Vorstellung, an einem Ort mit warmem Klima in der Nähe des Meeres zu leben, übte auf mich als waschechte Sonnenanbeterin eine richtige Faszination aus.

Und wieso ist es nach South Australia gegangen?

Das konnte man sich damals nicht aussuchen. Eigentlich hatte ich mir gewünscht, nach Queensland zu kommen, aber dann wurde ich eben in South Australia platziert. Am Anfang war ich davon ein wenig enttäuscht. Aber meine damalige Brieffreundin in Adelaide hat mir dann die Vorzüge ihrer Heimat beschrieben, und auch meine Eltern ermutigten mich, mich darauf einzulassen. Zum Glück!

Nach wie vor gehen nur wenige Austauschschüler nach South Australia. Wie würden Sie die Region beschreiben?

South Australia ist der einzige Bundesstaat in Australien, der von freien Siedlern gegründet wurde (Anmerkung der Redaktion: Die anderen Staaten sind ehemalige britische Strafkolonien). Hauptstadt von South Australia ist Adelaide, wo auch meine Brieffreundin wohnte. Ich selbst besuchte während meines Jahres dort in der kleinen Küstenstadt Victor Harbor die High School. Ich lebte mit meiner Gastfamilie in einem Haus in der Stadt und konnte entweder  den Schulbus nehmen oder zu Fuß zur Schule gehen. In der Nähe von Victor Harbor liegt Granite Island, eine unter Naturschutz stehende Insel, auf der eine Pinguin-Kolonie lebt.

Das Klima in South Australia  würde ich als mediterran bezeichnen. Die Sommer sind heiß, und im Winter wird es kühl und regnerisch (Achtung: Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten gegenläufig zu Europa, d.h. Weihnachten wird im australischen Sommer gefeiert). Die Strände sind weitläufig und das Wasser des Südpazifiks ganz schön kalt. Ideal für eine kurze Abkühlung im Sommer! In der Gegend gibt es auch viele gute Surfspots. Das Hinterland ist eher hügelig und steppenartig – South Australia ist nämlich der trockenste Staat Australiens.

Was haben Sie während des Auslandsschuljahres in Ihrer Freizeit unternommen?

Ab und zu bin ich mit dem Bus nach Adelaide gefahren, um mit Freunden zu shoppen oder bei „Boost-Juice“ einen Smoothie zu trinken. Die Stadt wirkt sehr europäisch und wird übrigens aufgrund der vielen Kirchen dort auch „city of churches“ genannt. Außerdem gibt es in Adelaide einen Zoo, in dem man typisch australische Tiere wie Känguruhs, Koalas, Wombats oder Wallabys sehen kann.

Mit meiner Gastfamilie habe ich gelegentlich Ausflüge in die Natur gemacht. Einmal haben wir beispielsweise ein Hausboot auf dem Murray River gemietet, dem wasserreichsten Fluss Australiens. In den Adelaide Hills, einer Region mit vielen touristischen Attraktionen, haben wir im deutsch geprägten Örtchen Hahndorf ein typisch deutsches Schützenfest besucht. Wir haben zusammen Football-Spiele geschaut, waren campen und haben Weihnachten am Strand gefeiert.

Wie hat Ihnen damals das High School-Leben gefallen?

Es gab wenig Frontalunterricht und viele Gruppenarbeiten. Der Umgang zwischen Lehrern und Schülern war sehr locker, manche Lehrer durfte man auch beim Vornamen nennen.

Außerdem habe ich damals tolle Schulfächer belegt, zum Beispiel Töpfern, was mir großen Spaß gemacht hat, und Tourismus-Management, was mir bei meiner späteren Studienfachwahl sehr geholfen hat. In Marine Studies habe ich meinen Bootsführerschein gemacht. Allerdings kann ich damit nur auf südaustralischen Gewässern fahren! :-)

Für mich war es leicht, Freunde zu finden und Kontakte zu knüpfen, da meine gleichaltrige Gastschwester mich in ihren Freundeskreis integriert hat und ich als Austauschschülerin sowieso das Interesse der Einheimischen genoss.

In Year 12 wurden die Schuluniformen, die an australischen high Schools üblich sind, gegen einen Jumper ausgetauscht, auf dem die Namen aller Absolventen standen – auch meiner. Bis heute ist dieser Pulli mein liebstes Andenken an die Zeit.

Seit kurzem ist South Australia im ec.se-Programm. Welchen Schülern empfehlen Sie einen Aufenthalt dort?

Ja, Unser Geschäftsführer Herr Eickel wollte unseren Schülern eine weitere Australien-Alternative jenseits von Queensland und New South Wales bieten, sozusagen „off the beaten track“. Ich empfehle South Australia deshalb allen, die eine wahrhaft „australische“ Erfahrung machen und vorrangig mit Einheimischen in Kontakt kommen möchten, denn dort gibt es nur wenige internationale Schüler. Außerdem ist jeder dort richtig, der ein wirklich gutes Barbecue zu schätzen weiß – die Südaustralier veranstalten meiner Ansicht nach die besten Barbecues!

Spaß beiseite: South Australia hat ein gutes, sicheres Umfeld und schulisch sowie freizeitmäßig einiges zu bieten. Natürlich spielen auch immer noch individuelle Faktoren eine Rolle bei der Suche nach dem richtigen Austausch-Programm. Dies bespreche ich mit interessierten Familien gern gim Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs.

Ich freue mich darauf, Schülern und Eltern von meinen Erfahrungen in South Australia zu berichten – auch in den letzten Jahren habe ich meine frühere Gastfamilie und Freunde dort besucht und festgestellt, dass sich seit damals nicht viel verändert hat. Hoffentlich bringe ich viele zukünftige Austauschschüler auf den Geschmack – schließlich weiß ich, dass sie dort eine gute Zeit haben werden!

Vielen Dank für das Interview, Frau Schubert.

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