Finanzierung & Auslands-BAföG

Finanzierung & Auslands-BAföG

Zuschuss für den High School Aufenthalt: So klappt es mit der Finanzierung

Tausende deutsche Jugendliche lernen jedes Jahr dank eines Schüleraustauschs eine andere Kultur und ein neues Schulsystem kennen und schließen internationale Freundschaften. Sicherlich ist so ein High School Aufenthalt neben der persönlichen Weiterentwicklung auch eine Bereicherung für die Schullaufbahn. Doch nicht allen Familien ist die Finanzierung eines Schulbesuchs im Ausland möglich. In diesen Fällen unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög).

Auslands-BAfög: Gefördert werden können Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Klasse, wenn sie das Abitur nach zwölf Jahren ablegen werden, beziehungsweise ab der elften Klasse, wenn 13 Jahre bis zum Abi vorgesehen sind. Geförderte Aufenthalte sind für ein halbes oder ein ganzes Schuljahr möglich. Bedingung: Der Schüler muss an einer deutschen Schule eingeschrieben sein und nach dem Auslandsaufenthalt weiter die Oberstufe besuchen.

Doch wie genau sieht die Förderung aus? Zum einen gibt es einen monatlichen Zuschuss von bis zu 465 Euro im Monat. Wie hoch der Zuschuss im Einzelfall ist, hängt unter anderem vom Einkommen der Eltern ab. Darüber hinaus wird ein einmaliger, pauschaler Reisekostenzuschlag von 1.000 Euro gezahlt. Diese Gelder müssen nicht zurückgezahlt werden. Kosten, die darüber hinausgehen, werden jedoch nicht übernommen.

Für die Förderung eines High School Aufenthaltes in den USA ist das Studierendenwerk Hamburg zuständig, unabhängig davon, in welchem Bundesland der Schüler selbst lebt. Kanada-Interessierte wenden sich an das Studentenwerk Thüringen, Australien-Schüler an das Studentenwerk Marburg. Wer zum Schüleraustausch nach Neuseeland möchte, beantragt das Auslands-BAfög im Studentenwerk Frankfurt/Oder. Damit es mit der Bewilligung rechtzeitig klappt, melden interessierte Familien sich dort am besten mindestens sechs Monate vor dem geplanten Auslandsschulbesuch.

Schulamt Hamburg: Doch auch einzelne Bundesländer fördern High School Aufenthalte, zum Beispiel die Schulbehörde des Stadtstaates Hamburg. Jugendliche, die eine Schule in Hamburg besuchen und deren Eltern weniger als 4.000 Euro brutto verdienen, können sich in ihrer jeweiligen Schule über die Beantragung informieren. Der Förderbetrag liegt zwischen 1.500 und 5.000 Euro für ein ganzes Schuljahr beziehungsweise zwischen 750 und 2.500 Euro für ein Semester. Ende der Antragsfrist ist der 15. März eines Jahres, das dem Schuljahr des Auslandsschulbesuches vorausgeht.

Kindergeld: Eltern sind oft unsicher, ob sie für ein Kind, das sich auf einem Schüleraustausch im Ausland befindet, weiterhin Kindergeld erhalten. Klar ist jedoch: Familien sind auch währenddessen kindergeldberechtigt, schließlich fallen weiterlaufende Kosten wie Taschengeld, Ausflüge oder Versicherungen an. Selbst der Bezug von Auslands-BAfög oder Stipendien ändert daran nichts.

Stipendien: Highschoolberater ec.se vergibt, in Kooperation mit kanadischen Schulbezirken, Teilstipendien. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an einem der High School Kanada Informationstage jeweils im November. Bei der Veranstaltung können interessierte Familien Schulrepräsentanten persönlich kennenlernen und sich für ein Teilstipendium bewerben. Weitere Informationen hierzu bekommen Sie in den nächsten Ausgaben des ec.se Newsletters oder unter 0228/25 90 84-0.

Selbstverständlich handelt es sich nicht um eine abschließende Auflistung von Möglichkeiten der finanziellen Förderung, und es lohnt sich immer, auch im weiteren Familien- und Freundeskreis nach Unterstützung zum Schüleraustausch zu fragen.